parallel experiences

4 tore europäischer kultur

 

Prag / Bratislava / Dresden / Wien

 

VIENNA

März 7. - 12., 2011
Tschechisches Zentrum

Herrengasse 17, Wien
Tel: +43-1-5352360

Öffnungszeiten
Montag            10:00 – 20:00
Dienstag          10:00 – 20:00
Mittwoch         10:00 – 17:00
Donnerstag      10:00 – 20:00
Freitag             10:00 – 20:00

Eintritt frei.

Parallelwelten
Kunstausstellung “Verkörperung des Geistes

Parallel Screening
Interaktiver Film “Das Einschreiben”

Die Ausstellung wird ergänzt durch drei Werke von Abbé Libansky und Barbara Zeidler, Institut für kulturresistente Güte. Videoinstallationen mit Vorträgen und umfangreiches Informationsmaterial laden zur Auseinandersetzung mit dem Thema der psychischen Erkrankung ein.

Montag, 7. März
18:00 Uhr - Ausstellungseröffnung, Vorstellung des Projektes, der verschiedenen Veranstaltungen & Künstler, Buffet und Konzert von Marcel "Chaos" Houf und Zdeněk "Londýn" Vokatý

Dienstag,  8. März
18.00 Uhr - Tischgespräch Über den letzten echten Steinhofer
Primarius Dr. Peter Langer im Gespräch mit Barbara Zeidler.
Primarius Dr. Langer wuchs als Sohn des ehemaligen ärztlichen Direktors innerhalb der berühmten Steinhofmauer auf, ist  heute selbst Psychiater und gibt Einblick in persönliche Erfahrungen und Erlebnisse, die Geschichte der Psychiatrie und ihre Stellung in der Gesellschaft.

Dienstag -- Mehr Informationen –

Mittwoch, 9. März
16.00 Uhr - Kostenlose Spezialführung Psychiatrie und Architektur – das Otto Wagner Spital, seine Geschichte und Architektur
Zu seiner Bauzeit galt das Spital als eines der modernsten in Europa und ist ein hervorragendes Beispiel für die Gestaltungsprinzipien von Anstalten des frühen 20. Jahrhunderts. 

Treffpunkt: 16:00 im Foyer des Direktionsgebäudes Otto Wagner Spital, Baumgartner Höhe 1, Wien

Mittwoch -- Mehr Informationen –

Donnerstag,10. März
18.00 Uhr - Vortrag Die Kunst des Art-Brut Center Gugging
Museumsdirektor Johann Feilacher gibt Einblicke in seine Arbeit und das Schaffen der Gugginger Gruppe, die der Art Brut zugerechnet wird.

19.30 Uhr - Anschließend Filmpräsentation Der Ausflug, 1999, 86 miin., Regie: Kumiko Igarashi

Donnerstag -- Mehr Informationen –

Freitag, 11. März
18.00 Uhr - Finissage mit Film, Wein und Buffet
Filmpräsentation Der Boss ist der Patient (D 2003, 45 Min.)
Dokumentation eines außergewöhnlichen Experiments: eine radikale Psychiatrie-Reform in der Slowakei und das Pilotprojekt der ersten internationalen Medienwerkstatt für psychisch Kranke.

Freitag -- Mehr Informationen –

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Primarius Dr. Peter Langer ist Abteilungsleiter der 2. Psychiatrischen Abteilung im Otto Wagner Spital. Er wuchs als Sohn des ehemaligen ärztlichen Direktors innerhalb der berühmten Steinhofmauer auf, Erlebnisse und Begegnungen mit kranken Menschen bestimmten seinen Alltag und prägten sein Leben. Das „Urgestein“ dieses geschichtsträchtigen Krankenhauses gibt berührende Einblicke in persönliche Erlebnisse und Erfahrungen, die Geschichte der Psychiatrie und den Umgang der Gesellschaft mit psychisch kranken Menschen, denn die Psychiatrie gibt nicht umsonst als „Spiegelbild der Gesellschaft“.

Die Führung gibt Einblicke in die Geschichte und Architektur des Otto Wagner Spitals, das damals eine der modernsten und auch größten solchen Anstalten in Europa war. Sie gilt als ein exemplarisches Beispiel der Gestaltungsprinzipien für solche Anstalten in jener Zeit (Pavillon-System) und spiegelt auch die ästhetischen Prinzipien der Zeit wider (z.B. in der ornamentalen Anordnung der Wege oder in manchen Zierelementen). Am Weg zum Jugendstiltheater wird auf die Lichtstelen und die damit verbundene Geschichte der „Kinder vom Spiegelgrund“ eingegangen.  Auch das Jugendstiltheater, das ursprünglich als Gesellschaftshaus für Patienten und Mitarbeiter errichtet wurde, öffnet seine Tore. Im Pavillon V lädt das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes zur hautnahen Begegnung mit der Vergangenheit. Die Ausstellung über die Opfer vom Spiegelgrund informiert und berührt jeden Besucher.   Das krönende Highlight der Führung ist mit Sicherheit die Otto Wagner Kirche, die Anstaltskirche 'Zum Heiligen Leopold'. Sie ist das größte kirchliche Gesamtkunstwerk des Jugendstils. Ihre Entstehungsgeschichte wird in allen Details präzise nachgezeichnet und von bisher zum Teil unveröffentlichten zeitgenössischen Aufnahmen aus der Bauzeit begleitet. Damit existiert erstmals ein führerartiges Kompendium auch über die Leistungen aller an der Innenausstattung - wie dem Hochaltarbild - beteiligten Künstler.

Verkehrsverbindungen:
U4 bis „Unter St.Veit“ dann Bus 47A bis „Psychiatrisches Zentrum"
„Dr. Karl Renner Ring“ - Bus 48A ( Fahrtzeit 35 Minuten) bis „Psych. Zentrum“ oder
U3 bis Endstation „Ottakring“ dann Bus 48A bis „Psychiatrisches Zentrum“

 

Museumsdirektor Dr. Johann FEILACHER gibt Einblicke in seine Arbeit und die Kunst der Gugginger Gruppe, die der Art Brut zugerechnet wird. Durch die geschichtlich und gegenwärtig bedeutende Rolle Guggings für die Entwicklung der Art Brut, konzentrierte sich das Museum zunächst auf diese Kunstrichtung, bietet nun aber auch Raum für tiefergehende und umfassende Konzepte und legt seltene Details Gugginger Kunst offen. Dazu zählt vor allem auch die erweiterte Präsentation anderer österreichischer und internationaler Vertreter der Art Brut.

Im Anschluss: Filmpräsentation "Der Ausflug" 
von Kumiko IGARASHI (J), english, 86 Min.
Dokumentation über das Haus der Künstler und die Künstler: Oswald TSCHIRTNER, Johann FISCHER, Arnold SCHMIDT, Johann GARBER, Heinrich REISENBAUER, Johann KOREC, August WALLA. “Der Ausflug” führt Schmidt, Garber, Korec, Fischer und Reisenbauer nach Prag anlässlich einer Ausstellung Gugginger Künstler in der Tschechischen National Galerie.

 

Der Boss ist der Patient - Ein Film von Norbert Göller und Manuela Richter-Werling, D, 2004
Der Film erzählt von Menschen mit Schizophrenie und einem außergewöhnlichen Psychiater aus der Slowakei. MUDr. Pětr Nawka,  ist Psychiater und Chefarzt der Akutabteilung der psychiatrische Klinik Michalovce. Für ihn gibt es "keine Gesundheit ohne seelische Gesundheit. Sie ist keine Randerscheinung des Lebens, sondern sollte zu einer Priorität der Gesellschaft werden." Nawka initiierte radikale Reformen, setzte ein neues Psychiatriegesetz in der Slowakei durch - das einzige in Mittel- und Osteuropa -, schuf geschlossene Abteilungen ab, führte Patientenvertretungen ein, Therapiepläne sowie »Hefte der Beunruhigung«, in denen Patienten ihre Erfahrungen mit Stigma festhalten. "Wir haben auch einen Boss und der ist der Patient. Das ist der Grundgedanke der Reform, dass man von den Bedürfnissen der Patienten ausgehen muss." Die Genfer Initiative für Psychiatrie, eine weltweite Initiative gegen den politischen Missbrauch der Psychiatrie, wählte die Psychiatrische Klinik in Michalovce aus für ein Pilotprojekt einer umfassenden Psychiatriereform in Ost- und Mitteleuropa.  Nawka richtete 2003 die erste internationale Medienwerkstatt für psychisch Kranke ein. Er motiviert seine Patienten, mit Kamera und Mikrophon, sich selbst und die Welt neu zu entdecken. Geschichten von seelischen Abgründen, Verzweiflung und Ausgrenzung, von Mut und Selbstbehauptung. Der Film begleitete die Filmworkshops und den Entstehungsprozess der Medienwerkstatt in Michalovce.

 

 

 

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