Das internationale Wanderprojekt PARALLEL EXPERIENCES reflektiert durch moderne Kunst das Problem der gesellschaftlichen Ausgrenzung psychisch Kranker.
In unserer Gesellschaft nehmen psychisch Kranke eine zahlenmäßig bedeutende Rolle ein, einige psychische Störungen befallen im Laufe des Lebens bis zu 20% der Bevölkerung, wobei an der schwerwiegendsten Form - Schizophrenie, akuten psychotischen Störungen etc. - 1-2% der Bevölkerung leiden. Menschen, die langfristig von psychischen Erkrankungen betroffen sind, werden über kurz oder lang von der Gesellschaft isoliert oder ausgeschlossen, zunächst durch notwendige längere Hospitalisierung, danach durch erschwerte oder unmögliche soziale Reintegration. Oft verlieren sie auch Familie, Freunde oder ihre Anstellung. Infolgedessen sinkt auch ihre Lebensqualität, sie leben einsam, von Sozialhilfe oder Krankengeld, oft leben sie lange in psychiatrischen Kliniken oder speziellen Heimen.
Über das Thema der psychischen Erkrankungen ist die Gesellschaft momentan nur wenig informiert, ganz abgesehen von einer Reihe vorherrschender Mythen und Überzeugungen, die Barrieren auf dem Weg zu einem adäquaten, fachkundigen Umgang darstellen. Durch diese Reaktionen der Gesellschaft schämen sich psychisch Beeinträchtigte oft für ihre Krankheit oder fühlen sich stigmatisiert.
Ziel des Projektes PARALLEL EXPERIENCES ist es, einen Dialog zwischen psychisch Kranken, Experten und Laien zu initiieren. PARALLEL EXPERIENCES zeigt auf, dass die soziale Ausgrenzung einer Bevölkerungsgruppe ein Problem für uns alle darstellt.
PARALLEL EXPERIENCES verbindet vier eigenständige Teilprojekte:
1. Parallelwelten
Ausstellung psychisch kranker Künstler „Verkörperung des Geistes”
2. Parallelerzählung
Interaktive Filmprojektion „Das Einschreiben”
3. Parallelerlebnis
Vortragsreihe für alle Interessierten mit der Möglichkeit zur Diskussion
4. Parallelorte
Tanz, Theater und Musik
PARALLEL EXPERIENCES findet im Rahmen des „Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung“ von September 2010 bis März 2011 in Prag, Bratislava, Wien und Dresden statt.
Die Schirmherrschaft über das Projekt übernahm der Gesundheitsminister der Tschechischen Republik, Herr Dr. Leoš Heger.
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